Eintracht Trier wird kampflos ins Viertelfinale des Rheinland-Pokals einziehen. Das ist so sicher wie das Amen an einem Sonntagmorgen im Trierer Dom. Der Fußball-Verband Rheinland kann überhaupt nicht anders entscheiden, nachdem der FSV Salmrohr am Dienstag zum Achtelfinale nicht antrat. Salmrohr hat sich blamiert, der Verband ist nach dem wochenlangen Hickhack beschämt – und damit sollte es aber auch gut sein.

Foto: Sie hatten am Dienstag keinen Grund zu jubeln – die Eintracht-Fans.
Die Eintracht, vornehmlich der neue Vorstand mit Ernst Wilhelmi, Harry Thiele und Roman Gottschalk, tut gut daran, jetzt nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen. Freuen sollten sich die Verantwortlichen im Lager des SVE darüber, dass der Mannschaft im Abstiegskampf der Regionalliga ein schweres Spiel unter der Woche erspart blieb. Die Konzentration muss der nächsten Partie in Worms gelten. Alles andere ist Kinderkram. Vor allem jene Forderungen von Seiten der Eintracht nach Kostenbeteiligung und Erstattung entgangener Eintrittsgelder. Was, bitte, soll der Unfug? Eintracht Trier ist nicht nur Sieger auf dem Platz – auch wenn das Spiel nicht stattfand -, sondern auch moralischer Sieger. Gegenüber dem FSV Salmrohr und gegenüber dem Fußballverband in Koblenz.
Mehrmals hatte der SVE angeboten, das Spiel im Moselstadion auszutragen – das wurde abgelehnt. Darauf kann die Eintracht jederzeit hinweisen. Was einem Verein wie Eintracht Trier allerdings nicht gut zu Gesicht steht, ist, jetzt in kleinkarierter Rache zu machen. Ein solches Vorgehen hat der Traditionsverein nicht nötig. Der Umgang mit dem Sieg entscheidet auch über die moralische Größe des Siegers. Und Größe sollte die Eintracht jetzt zeigen – das würde ihr weitere Pluspunkte im Ansehen der Fans in der gesamten Region bringen. Auf einen Gegner, der bereits am Boden liegt, sollte man nicht nachtreten – auch das ist schlechter Stil. Und der schmälert letztlich die Größe des Sieges.
Beim Fußball-Verband Rheinland in Koblenz ist jetzt allerdings eines erste Funktionärs-Pflicht: scharfes Nachdenken über den Modus des Pokals. Nach dem Skandal um das Endspiel im vergangenen Jahr in Polch jetzt der – wenn auch kleinere – Skandal um das Achtelfinale zwischen Salmrohr und Trier. Einige der Koblenzer Funktionäre sind anscheinend mit ihrer Aufgabe überfordert – das ist offensichtlich. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach hatte schon nach den Vorkommnissen von Polch angemahnt, dass die regionalen Pokalwettbewerbe aufgewertet werden müssten, da die Sieger in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals einziehen. Diese Botschaft Niersbachs ist in Koblenz wohl nicht angekommen.
Die Organisation des Pokalwettbewerbs durch den Koblenzer Verband gleicht dem Laien-Schauspiel auf einer Provinzbühne in Hintertupfingen. Schlechte Regie, noch schlechtere Schauspieler und ein grauenhaftes Bühnenbild. Speisen und Getränke sind vom Publikum mitzubringen. Das ist der eigentliche Skandal an der Geschichte um das ausgefallene Pokalspiel.
Die verantwortlichen Funktionäre in Koblenz sollten sich schnell nach einem neuen Betätigungsfeld umsehen. Vielleicht beim FSV Salmrohr, der immer Ordnungskräfte für seine Heimspiele sucht.
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